Privatpraxen

Kostenerstattung in der ambulanten Psychotherapie

In Deutschland warten psychisch kranke Menschen durchschnittlich mehr als drei Monate auf ein erstes Gespräch bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten. Das ist viel zu lange. Die Bundespsychotherapeutenkammer fordert, diese Wartezeiten auf höchstens drei Wochen zu verkürzen.

Die Gesundheitspolitiker haben zwar erkannt, dass die Versorgung psychisch kranker Menschen in Deutschland mangelhaft ist. Eine Reform der Bedarfsplanung, die festlegt, wie viele Psychotherapeuten notwendig sind, wird beraten. Doch bis dahin müssen die Patienten weiter zu lange auf einen freien Therapieplatz warten. Die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer hält dies nicht für zumutbar. Psychisch kranke Menschen haben einen Anspruch auf eine rechtzeitige Behandlung wie körperlich kranke Menschen auch.

Deshalb möchten wir Patientinnen und Patienten, die eine Psychotherapie benötigen, einen Ausweg vorschlagen. Es fehlt nämlich nicht an gut ausgebildeten Psychotherapeuten. Nicht alle können jedoch ohne Weiteres mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Psychisch kranke Menschen können im Notfall auch auf diese Psychotherapeuten zurückgreifen. Das Gesetz spricht von einer „unaufschiebbaren Leistung“. „Unaufschiebbar“ und damit notwendig ist eine Psychotherapie, wenn es Ihnen bleibend schlecht geht und Sie Hilfe brauchen. Patienten können in diesem Fall bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse beantragen, die Kosten einer ambulanten Psychotherapie nach § 13 Absatz 3 SGB V erstattet zu bekommen. Was sich hinter diesem Paragraphen verbirgt, erklären wir Ihnen im Ratgeber (s. u.).

Psychisch kranke Menschen dürfen von Krankenkassen nicht vertröstet werden, wenn sie eine Psychotherapie brauchen. Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, notwendige Behandlungen rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Patienten sollten deshalb ihre rechtlichen Ansprüche nutzen.

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