Psychoonkologie

Der OPK ist es seit vielen Jahren ein Anliegen, die Psychoonkologie zu fördern und fachliche Standards zu setzen. Aus diesem Grunde berief der Vorstand der OPK im Jahr 2017 eine Expertengruppe ein, um sich vertieft mit den Herausforderungen und Besonderheiten in der psychotherapeutischen Versorgung von onkologischen Patienten zu beschäftigen und den spezifischen Beitrag, den Psychotherapeuten leisten können, zu diskutieren. Unser Hauptanliegen war neben der Schaffung von transparenten Qualifizierungsanforderungen auch die Umsetzbarkeit einer anspruchsvollen zusätzlichen Qualifizierung für alle unsere Mitglieder. Seit Jahren machen wir mit dieser Herangehensweise gute Erfahrungen. In der OPK sind u.a. die Psychotraumatherapie und die Schmerzpsychotherapie als curriculare Fortbildung geregelt. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Mitglieder diese Zusatzqualifizierungen absolviert.

Diese Expertengruppe erarbeitete in engem Austausch mit den Fachgesellschaften den Entwurf einer Richtlinie „Psychoonkologie OPK“, die die aufeinander aufbauenden praktischen und theoretischen Inhalte als curriculare Fortbildung festschreibt. Kurz zusammengefasst, umfasst die Richtlinie 100 Stunden strukturierte theoretische und praktische Fortbildung. Neben der Vermittlung von medizinischen und psychoonkologischen Grundlagen sowie relevanten Kenntnissen der Versorgungsstrukturen liegt der Fokus auf der Vermittlung von spezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten in Diagnostik und Intervention. So sollen Theorie und Praxis durch kontinuierliche Fallarbeit und Selbsterfahrung verknüpft werden. Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten können aus den einzelnen Themenbereichen für sie spezifische oder adaptierte Themen wählen. Um die Bezeichnung „Psychoonkologie OPK“ zu erlangen, müssen außerdem Nachweise von drei eigenen Fällen der Behandlung von Krebspatienten durch strukturierte Darstellung vorgelegt werden.

Die 24. Kammerversammlung der OPK verabschiedete die Richtlinie „Psychoonkologie OPK“ am 09.11.2018 einstimmig. Sie trat am 01.01.2019 in Kraft.

Jährlich erkranken allein in Deutschland etwa 500.000 Menschen neu an Krebs (GEKID, ZfKD , Krebs in Deutschland 2017/2018). Gleichzeitig sinkt die Mortalitätsrate (RKI, 2019 ). In Deutschland leben folglich immer mehr Menschen mit Krebs. Nicht nur die Erkrankung selbst bedeutet einen Einschnitt für Betroffene und Angehörige auch die lebensverlängernde Behandlung geht häufig mit einer bedeutsamen Beeinträchtigung der Lebensqualität einher. Die Betroffenen sind zahlreichen psychosozialen und somatischen Belastungsfaktoren ausgesetzt. So verwundert es nicht, dass die Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Krebspatient*innen hoch ist (Singer, 2017).

Die psychotherapeutische Behandlung Betroffener stellt Psychotherapeut*innen vor besondere Herausforderungen und erfordert ein hohes Maß an Sensibilität für die spezifischen Belastungen, denen Krebspatient*innen ausgesetzt sind.

Die curricularen Fortbildung „Psychoonkologie“ soll Sie als Psychotherapeut*innen umfänglich für die Behandlung psychischer Störungen bei Krebspatient*innen vorbereiten. Sie orientiert sich an der Richtlinie zum Erwerb der Fortbildungsqualifikation „Psychoonkologie OPK“.

Folgend finden Sie eine Übersicht der Module der curricularen Fortbildung Psychoonkologie der OPK. Bitte beachten Sie: Das Modul 3 ist als „freie Spitze“ geplant, Sie können zwischen vier unterschiedlichen Optionen wählen (3a-3d). Insgesamt müssen als „freie Spitze“ mind. 16 UE absolviert werden.

Modul UE Themen
1 30 Medizinische und onkologische Grundlagen

Psychoonkologische Grundlagen und Diagnostik

2 28 Psychoonkologische Interventionen und Versorgung
3 16
3a 16 pädiatrische Psychoonkologie
3b 16 Suizidalität: Risikoabschätzung und klinische Behandlung von suizidalem Verhalten
3c (anteilig) 8 Schmerzpsychotherapie bei Krebsschmerzen
3d 16 Sozialmedizinische Fragestellung
Selbsterfahrung 24 Themenzentrierte Selbsterfahrung
Kasuistik 16 Psychoonkologische Fallarbeit (mindestens 1 Fall muss mündlich dargestellt werden)
Abschluss Schriftliche Darstellung von 3 Fällen (Kriterien siehe Handreichung „Praxisfälle Psychoonkologie OPK“)

Anmerkung: Modul 3 c: die Fortbildungen werden unabhängig voneinander gebucht.

Nutzen Sie bitte den Veranstaltungs-Newsletter, um über alle anstehenden und geplanten Fortbildunsgtermine zum Thema Pyschoonkologie auf dem Laufenden zu bleiben.

 

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